Certina Geschichte: Certina Taucheruhren - Die Schildkröte taucht ab 02.03.2018

Certina Geschichte: Certina Taucheruhren - Die Schildkröte taucht ab

Die ersten Tauchermodelle kamen ca. 1960 auf den Markt, nachdem 1959 die DS-Linie präsentiert worden war. Als 1968 die Nachfolgelinie der DS, die DS-2, eingeführt wurde, gab es vorerst eine bis 200m (Referenz 5801 303) und eine bis 500m wasserdichte Version (Referenz 5801 123). Die DS-2 Super PH 500M wurde 1969 erfolgreich im TEKTITE I Experiment eingesetzt. Ein Jahr später nahm der Nachfolger, die Super PH 1000M an Tektite II teil und verdiente sich höchstes Lob in der anspruchsvollen Unterwasserwelt. Es gibt ebenfalls Hinweise, wonach Certina schon früher Uhren für das Sealab II Experiment der US Navy zur Verfügung stellte.

Irrtümlicherweise ging man zeitweise davon aus, dass die 1000-Meter-Variante (Referenz 5801 302) im Tektite I Experiment eingesetzt wurde. Das dies nicht so gewesen ist, beweist der nebenstehende Artikel, welcher in der Certina-Hauszeitung „Certina Echo“ im Frühling 1970 erschien, und in dem ausserdem die 1000er Variante als Nachfolgemodell der 500er vorgestellt wird.

Auch auf dem folgenden Foto aus einem Artikel des Life-Magazins (Ausgabe 03/69) über das Tektite I Experiment ist die Super PH 500M am Handgelenk des Tauchers zu sehen, und es gibt weitere Fotos, auf denen man die 500er erkennen kann.

Tektite I war ein staatliches Unterwasserexperiment, welches vom 15. Februar bis zum 15. April 1969 in der Lameshur-Bucht bei St. John, bei den Jungferninseln statt fand. Durchgeführt von der U.S. Navy, der NASA und dem amerikanischen Innenministerium in Zusammenarbeit mit General Electrics, lebten während dieser 60 Tagen vier Aquanauten in dem Unterwasser-Habitat in 15 Metern Tiefe. Ziel des Experiments war neben der Erforschung des Meeresgrunds auch das Studium des Verhaltens der Wissenschaftler unter diesen Bedingungen. Auch die Super PH 500M wurde bezüglich 13 Punkten bewertet und erhielt sechsmal die Note „sehr gut“, fünfmal „gut“ und zweimal „befriedigend“.

Das Tektite I Projekt verlief so erfolgreich, dass die US-Wissenschaftler die beiden fünfeinhalb Meter hohen (Durchmesser jeweils vier Meter) und durch einen Tunnel verbundenen Tauchzylinder ein zweites Mal in der Great Lameshur Bay versenkten. Beim Tektite II Projekt, welches 1970 durchgeführt wurde, bewohnten fünf Aquanauten durchschnittlich jeweils zwei Wochen das Unterwasserhaus und schwärmten von dort zu Tauch-Exkursionen aus.

Gemäss diesem Artikel aus der Certina Echo stellte man diesmal den neu erschienenen Nachfolger, die Super PH 1000M, zur Verfügung. Aufgrund von Fotos aus dem National Geographic (Ausgabe 08/71) kann davon ausgegangen werden, dass neben dem Habitat aber auch die Certina Super PH 500M wieder verwendet wurde. Vielleicht benutzten einige Aquanauten welche schon in Tektite I mit von der Partie waren nochmals ihre liebgewonnene 500er? In der sechsten von insgesamt zehn Missionen von Tektite II wurde erstmals ein reines Frauen-Tauchteam unter der Führung der bekannten Meeresbiologin Dr. Silvia Earle eingesetzt.

Was wohl weniger bekannt sein dürfte: Nicht nur im Wasser, auch in den endlosen Weiten des Alls war die DS-2 Super PH500M im Einsatz! Zumindest fiktiv… In der erstmals im September 1969 ausgestrahlten Kult-Fernsehserie „UFO“ trug George Cole alias SHADO-Mitglied Paul Roper, wie auf dem Bild rechts ersichtlich, die 500er bei einem Ausseneinsatz über seinem Raumanzug. (In der Serie kamen übrigens auch noch eine Certina Certiday und ein Argonaut Chronograph zum Einsatz). Dank der Uhr und eines Raketenwerfers schafft Roper es, ein angreifendes UFO unschädlich zu machen. Wie du siehst, kann auch eine Taucheruhr kann im Weltraum eine gute Figur machen!

Als Weiterentwicklung der DS-2 Super PH 500M wurde 1970 die DS-2 Super PH 1000M (Referenz 5801 302) in Basel vorgestellt. Alle Modelle verfügten bis dahin über das Kaliber 25-651. 1974 wurden die Referenznummern geändert, und dieses Modell hatte neu die Referenz 919 1301 41. Es gab ausserdem ein baugleiches Modell unter der Hersteller-Bezeichnung „Technos Sky Diver“, in der allerdings ein ETA 2789 seine Arbeit verrichtete. 1976 wurde die PH 1000M durch die praktisch baugleiche DS-3 Super PH 1000M (ebenfalls Referenz 919 1301 41) abgelöst. Diese hatte das neue Werk 919-1 mit der Datumsschnellschaltung. Die DS-3 Super PH 1000M wurde unter anderem von der Royal Australian Navy (RAN) verwendet. Diese Exemplare sind anhand der eingravierten „National Stock Number (NSN)“ auf dem Gehäuseboden identifizierbar.

Daneben war noch eine „zivile“, bis 300 Meter wasserdichte Version der DS-3 (Referenz 750 1402 41) erhältlich. Von diesem Modell sind noch zahlreiche „NOS“-Exemplare im Umlauf, da wohl dank der Quarzkrise noch einige Lagerbestände übrig geblieben waren, welche später zusammengebaut wurden. Mit derselben Referenznummer scheint es ausserdem noch zwei Modelle mit dem Aufdruck PH 200M zu geben, davon eine mit Quarzwerk.

Das Verwenden einer Referenznummer für mehrere Modelle scheint damals durchaus üblich gewesen zu sein. Die Nummer bezieht sich hauptsächlich auf das Gehäuse und weniger auf das Zifferblatt oder das Werk. So weist zum Beispiel die DS-2 PH200M (Referenz 5801 113) das Gehäuse der früheren DS mit eben derselben Referenznummer auf, während das Zifferblatt später wiederum bei der Referenz 5801 303 verwendet wurde. Die „zweite“ Referenz 5801 113 scheint somit eine Art „Übergangsmodell“ gewesen zu sein.

Neben den Modellen der DS Linie gab es ausserdem noch Taucheruhren mit der Bezeichnung Argonaut. Über diese Modelle konnte ich bisher leider nur sehr wenig in Erfahrung bringen.

Quellennachweis:  https://www.vintagecertinas.ch/de/certina-taucheru...

/**/

/**/

/**/

Modell

Referenz

Kaliber

Abmessungen mm

Bemerkungen

DS-2 PH200M 5801 113 Certina 25-651 37/39 x 45 x 14 Automatik. Klassische Gehäuseform.
Datum ohne Schnellschaltung.
Blaues ZB mit aufgesetzten Indexen.
Gehäuse wie DS Ref. 5801 113 von 1964.
Wasserdicht bis 200m. Ca. 1968 bis 1969
DS-2 PH200M 5801 113 Certina 25-651 37/39 x 45 x 14 Automatik. Klassische Gehäuseform.
Datum ohne Schnellschaltung.
Schwarzes ZB mit aufgesetzten Indexen.
Gehäuse wie DS Ref. 5801 113 von 1964.
Wasserdicht bis 200m. Ca. 1968 bis 1969
DS-2 PH200M 5801 303
Ab 1974:
913 1302 41
Certina 25-651 40 x 43.5 x 13
BA: 20
Automatik. Datum ohne Schnellschaltung.
Schwarzes ZB mit aufgesetzten Indexen.
Gehäuse mit Kissenform mit verschraubter Krone.
Wasserdicht bis 200m. Ca. 1969 bis 1975
DS-2 PH200M 5801 303
Ab 1974:
913 1302 41
Certina 25-651 40 x 43.5 x 13
BA: 20
Automatik. Datum ohne Schnellschaltung.
Blaues ZB mit aufgesetzten Indexen.
Gehäuse mit Kissenform mit verschraubter Krone.
Wasserdicht bis 200m. Ca. 1969 bis 1975
DS-2 PH200M 919 1402 41 Certina 25-651 40 x 41 x 14
BA: 20
Automatik. Datum mit Schnellschaltung.
Gehäuse wie DS-3. Verschraubte Krone.
Blaues ZB mit aufgesetzten Indexen.
Wasserdicht bis 200m. Ab 1976